UschiFrese

Für welches UN-Ziel engagierst du dich und in welchen Projekten wirkst du mit?
Ich engagiere mich für das UN-Nachhaltigkeitsziel 3 – Gesundheit und Wohlergehen.
Ein konkretes Projekt ist das „Kino für Senior:innen und andere Junggebliebene”, das nicht nur Unterhaltung bietet, sondern auch soziale Teilhabe, Begegnung und Lebensfreude im Alter fördert. So leisten wir einen Beitrag zu mehr Wohlbefinden und einem aktiven Miteinander in unserer Gemeinde. Außerdem wirke ich in den Projekten „Begegnungsbank auf dem Friedhof” und „Stühle raus” mit.
Was hast du bisher gemacht?
An der Päd. Hochschule In Münster habe ich Diplom-Pädagogik mit dem Schwerpunkt Soz.-Päd. / Soz.- Arbeit studiert.
Bis auf wenige Ausnahmen, die ich in der Kinder- und Jugendarbeit gearbeitet habe, war ich immer und gerne im Seniorenbereich tätig. Nach sieben Jahren im ambulanten Bereich und elf Jahren im stationären Bereich, davon 16 in Leitungsposition, habe ich den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt.
Insgesamt 13 Jahre konnte ich mich bis zum Umzug von Nordrhein-Westfalen nach Kellinghusen meinem Herzensprojekt „Wohlergehen in der Pflege” widmen.
Auf der Grundlage meiner Ausbildung in systemischer Familientherapie wie auch zur Ayurveda-Massage- und Klangtherapeutin habe ich therapeutische Beratung sowie Wohlfühlmassagen für Pflegende und Pflegebedürftige angeboten. Darüber hinaus war ich viele Jahre als Hospizhelferin tätig und habe das SoNet-Kempen, die Seniorenbegleitung in meinem früheren Wohnort, mitgegründet und sechs Jahre nebenberuflich geleitet.
Seit einem Jahr bin ich Rentnerin und freue mich sehr, gemeinsam mit der ‚AG Herbstleuchten- aktiv leben im Alter‘ meine beruflichen Erfahrungen in verschiedenen Projekten einfließen lassen zu können.
Warum engagierst Du Dich in diesem Projekt?
„Alles Wirkliche im Leben ist Begegnung” – Martin Buber
Dieser Leitspruch begleitet mich mein Leben lang.
Wir Menschen sind soziale Wesen, die nicht isoliert leben können.
Gelingende und gelebte Begegnung in jeglicher Form halte ich für das Grundgerüst eines guten Lebens und, in dieser Zeit notwendiger denn je, für die gelebte Demokratie.
Wenn wir dazu beitragen, in den Austausch gehen zu können und einander besser kennenzulernen steigern wir das Wohlgefühl, minimieren Einsamkeitsgefühle und schaffen die Grundlage für ein Lebensqualität. Das ist meine Motivation.
Ist Dir ein Ereignis im Projektzeitraum besonders in Erinnerung geblieben?
Was als Experiment begann, war ein Treffer ins Schwarze. Schon beim ersten Filmnachmittag kamen über 70 Besucher*innen. Besonders erfreulich war auch die spontane Bereitschaft von Einigen aus dem Publikum, uns beim Auf- und Abräumen nach dem Kino zu unterstützen.
Was wünscht Du Dir von den Menschen, die das lesen?
„Glück entsteht nicht in einem Menschen, sondern zwischen ihnen” – Judith Mangelsdorf
Ich wünsche mir, dass gerade auch die Menschen, die sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen haben, den Schritt wagen, zu kommen und die Chance nutzen, wieder in Kontakt zu treten und somit Einsamkeitsgefühle zu reduzieren.
Was möchtest du noch mit auf den Weg geben?
Gern schließe ich mit einem Zitat von Jürgen Wiebecke: „Weil durch gemeinsame Aktivität das verbindende Dritte entsteht, das auch Einsamkeit zu überwinden hilft, eine Erfahrung, die in den westlichen Demokratien endemisch geworden ist.”


