GiselaLeonhardt

Für welches UN-Ziel engagierst du dich und in welchen Projekten wirkst du mit?
Mein UN-Ziel ist das Ziel 7 „Bezahlbare und saubere Energie“. Seit Beginn der Global Nachhaltigen Kommune im Amt Kellinghusen bin ich Mitglied in der ENERGIE-Gruppe. Auch mit dem Ziel 7 „Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels“ haben wir uns als eng verbunden empfunden.
Was hast du bisher gemacht?
Beruflich hatte ich mit diesem Thema wenig zu tun, - ich war Sonderschullehrerin und meine Laufbahn in der staatlichen Schule endete als ich Gründungsmitglied einer „Schule in freier Trägerschaft“ wurde, die reformpädagogische Ideen umsetzte. Das 10-jährige Bestehen dieser Schule habe ich noch groß mitgefeiert und mich in den folgenden Jahren so nach und nach aus dem aktiven Schulleben verabschiedet. Gerne denke ich an diese Zeit zurück.
Im Jahr 2020 zogen mein Mann und ich in ein Wohnprojekt hier in Kellinghusen. Mit Interesse und Lust am Gestalten landete ich 2021 in der ersten Veranstaltung des Amtes zum Thema Global Nachhaltige Kommune.
Warum engagierst Du Dich in diesem Projekt?
Mark Twain hat einmal gesagt: „Natürlich kümmere ich mich um die Zukunft. Ich habe vor, den Rest meines Lebens darin zu verbringen.”
Mit diesem Spruch im Kopf bin ich in den letzten Jahren mehr oder weniger aktiv unterwegs. Jedoch nicht nur das Nachdenken darüber, dass ich den Rest meines Lebens in dieser Welt verbringe, sondern der Gedanke an meine Kinder und Enkel treibt mich an. Ich möchte nicht hören müssen: „Warum habt ihr nichts getan?“ ohne antworten zu können, auch wenn ich nur ein Mensch unter fast 8 Milliarden Menschen bin.
Mit der Energiewende habe ich mich schon im Jahr 1990 befasst und damals dazu ein Veranstaltung organisiert, die zeigte, wie aus Windenergie Wasserstoff erzeugt und gespeichert werden kann. An der Begeisterung, die ich damals schon verspürte, wollte ich wieder anknüpfen. Inzwischen habe ich mitbekommen, dass sich Land auf Land ab Kommunen längst auf den Weg gemacht haben, Wärme und Energie fossilfrei zu erzeugen. Sollte uns das auch irgendwo im Amt Kellinghusen gelingen? Mit dieser Hoffnung im Kopf und Herzen entwarfen wir einen Handlungsleitfaden für Kommunen zur Gestaltung eines nachhaltigen Energie- und Wärmekonzeptes.
Was wünscht Du Dir von den Menschen, die das lesen?
Bei unserem Handlungsleitfaden mussten wir leider feststellen, dass kaum Interesse in politischen Gremien und bei maßgeblichen Akteuren vorhanden war. Noch hoffen wir auf die Zusammenarbeit zwischen Bürger:innen, den Mandatsträger:innen, der Verwaltung und allen gesellschaftlichen Kräften, die sich für eine zukunftsfähige Welt einsetzen, die denken und spüren, dass es so unmöglich noch lange weitergehen kann, wenn wir die Erde nicht noch mehr ramponieren wollen.
Vielleicht sind Sie dabei, wenn wir hier in Kellinghusen die nächste Schlagzeile machen: „Schon 500 Haushalte in Kellinghusen erzeugen mit Balkonkraftwerken eigenen Strom”.
Denn das wäre für jeden ein kleiner Einstieg, für uns gemeinsam eine große Sache!


